Die Rebellen von Salento

Der Sommer nähert sich mit großen Schritten und die Kinder der italienischen Ortschaft Pagliarano fiebern den Ferien entgegen. Der Unterricht in den Klassenzimmern wird zur lästigen Pflicht und der Schatten unter den Olivenbäumen eine wohltuende Ausrede, um den lästigen Geschichtsstunden fernzubleiben. Da kommt es den Kindern nur Recht, dass sie an einem heißen Sommertag eine Kiste in der geheimen Hütte hinter dem Gutshaus von Paolos Familie entdecken. Zwar beinhaltet die Kiste kein Gold, Silber oder andere große Schätze, doch neben einer alten, zerschlissenen Weste und einem Filzhut finden die Kinder einen Brief des Ururururgroßvaters von Paolo. Der Brief entpuppt sich als Artefakt aus dem Jahr 1861. In diesem Dokument sagt sich Paolos Vorfahr mitsamt des Guts von dem kurz zuvor ausgerufenen „Königreich Italien“ los und erklärt das Gelände der Casa Vulía zu einem unabhängigen, autoritären Staat. Begeistert greifen die Kinder die Idee auf und der alte Filzhut wird schnell umgewandelt in die Krone des Monarchen. Denn „Der freie Staat der Kinder“ soll ein Reich sein, losgelöst von Italien, in dem kein Erwachsener das Sagen hat.

Mit Eifer sind die Kinder dabei, eine Regierung zu bilden, Gesetze festzulegen, Grenzen zu ziehen und eine eigene Währung zu erstellen. Doch im Ort gibt es einen Mann, dem dieses Vorhaben ein Dorn im Auge ist: Bürgermeister Palama hat große Pläne für das Grundstück des Gutshauses und möchte es für sich beanspruchen .Die Lage spitzt sich zu, als diese grundverschiedenen Grundgedanken kollidieren.

Kann der gierige Bürgermeister ein Gelände für sich beanspruchen, das sich vom italienischen Staat losgesagt hat? Und ist diese Lossagung überhaupt rechtmäßig? Und wie stehen die Eltern der Kinder zu dem ganzen Vorhaben? In sommerlicher Idylle zeigt der Roman jungen Lesern spielerisch die Ansätze einer Staatsgründung und die Verantwortung, die dieser Schritt mit sich trägt. Er stellt eine wunderbare Verbindung zwischen der Naivität der Kinder und den Verpflichtungen der Erwachsenenwelt her.

 

 

Buchtipp von Fanny Berger

Kinderbuch ab 10 Jahren

Morosinotto – Die Rebellen von Salento

Thienemann; 15,00€

Wunderwelt Wald

Wusstet Ihr, dass ein Marienkäfer nach Waldameise riechen kann? Und dass Wildschweine Lieblingsbäume haben können? Dass Forellen Hunderte, nein Tausende Eier ablegen und von diesen nur einige wenige erwachsen werden? Wissenschaftler vermuten sogar, dass Bäume nachts ebenso schlafen können, wie wir Menschen!

„Wunderwelt Wald“ lädt ein zum Spaziergang im Wald. Statt des üblichen Ausflugs werden nicht nur die Baumriesen beachtet, sondern auch die kleinen Komplotte wahrgenommen, die zum Alltag der Waldbewohner gehören – Ameisenkolonien, die ihre gegenseitigen Behausungen angreifen, der Wettkampf junger Pflanzen, den besten Sonnenplatz zu erlangen, angenagte Blätter und Wurzeln, die ersten sorgfältig geplanten Nester, die gebaut werden. In dem großformatigen und faszinierenden Bilderbuch werden die Besonderheiten und die Artenvielfalt des Waldes gezeigt. Mal als große Schwarzweißbilder, die als Such- und Wimmelbild dienen, dann als farbige, kleinere Abbildungen, die im Detail über Tiere und Pflanzen informieren.

Denn egal ob es sehr klein ist, unter oder über der Erde liegt oder gar nicht gesehen werden will: Das Buch deckt viele verborgene Tiere und andere Geheimnisse auf, die nur darauf warten, vom Leser entdeckt und gelüftet zu werden. Danach werdet Ihr ganz anders durch den Wald gehen. Steckt den Kopf zwischen die Sträucher, kniet Euch auf den Boden, nehmt Euch Zeit. Dann werdet Ihr Euer „Grünes Wunder“ erleben!

 

Buchtipp von Fanny Berger

Sachbuch ab 8 Jahren

Schutten: Wunderwelt Wald; Gerstenberg; 22,00€

Die wilden Freunde – Abenteuer unter der Stadt

Die wilden Freunde, eine mutige Bande aus ehemaligen Zootieren, leben versteckt in einem alten und verlassenen U-Bahnhof mitten in der Stadt. Von diesem Versteck aus erkunden sie die Welt der Menschen.

Als Ludwig, der Affe, mit einer großen Kiste voller gesammeltem Essen in den Unterschlupf kommt, stolpert er unglücklich über das Schnabeltier Oskar. Und wäre Ludwigs schlechte Laune nicht schon genug, so fällt die mühsam gesammelte Nahrung auch noch in einen düsteren Schacht und ist verschwunden.

Doch wer wagt sich nun in den dunklen Abgrund? Und zu welchem Monster gehören die hundert – nein, tausend Augen, die den Tieren furchtlos entgegenstarren? Ein Abenteuer unter der Stadt beginnt.

 

Buchtipp von Fanny Berger

Erstlesebuch ab 6 Jahren

Marx: Die wilden Freunde – Abenteuer unter der Stadt, Kosmos, 7,99€

Paul & Papa – Vorlesegeschichten

Egal, ob ein Geburtstagskuchen für Mama gebacken werden muss, oder ein Regal zusammengebaut wird – Paul und Papa haben jeden Tag alle Hände voll zu tun.

Zusammen erleben die beiden kleine Abenteuer während der Safari im benachbarten Park, oder kochen gemeinsam Spaghetti mit Tomatensoße, mit der sich sowohl Paul als auch Papa gehörig bekleckern. Denn ein „Spaghetti-Wett-Schlürfen“ ist ein Muss beim gemeinsamen Abendessen. Auch ein Bad in der Wanne wird schnell zu einem Abenteuer mit Rittern und Schaumburgen. Dank der fantasievollen Ideen von Papa macht sogar das Aufräumen Spaß, denn er findet immer einen Weg, langweilige Pflichten in lustige Spiele zu verwandeln.

Susanne Weber erzählt humorvolle und warmherzig bebilderte Geschichten, die jedes Kind aus dem Alltag kennen dürfte. Die zwanzig verschiedenen Kapitel haben eine ideale Vorleselänge und befassen sich mit sprühenden Ideen mit dem wirklich wahren Leben.

 

Weitere Bücher von Paul & Papa:

Unterwegs mit Paul & Papa / Tierisch was los mit Paul & Papa

 

Buchtipp von Fanny Berger

Vorlesebuch ab 4 Jahren

Weber: Paul & Papa – Vorlesegeschichten, Mixtvision, 11,90€

Tage der Mondschnecke

Um für die Schule ein paar Extrapunkte zu sammeln, wollen Lucy und Fred zusammen in den Sommerferien einen Naturführer über die Tiere ihrer Heimat erstellen. Die einzige Bedingung ist, dass sie die Tiere selbst gesehen haben müssen. Als eines Tages ein riesiger Hai an den Strand gespült wird, ist das natürlich ein echtes H(a)ighlight! Als der Hai am nächsten Tag jedoch plötzlich verschwunden ist, ist vor allem Freds Neugier geweckt. Die beiden wollen unbedingt herausfinden, wo der Hai herkam und was es mit den seit einiger Zeit zunehmenden Hai-Sichtungen auf sich hat.

Durch die Arbeit an dem Naturführer kommt Lucy auch ihrer verstorbenen Mutter näher, die als Meeresbiologin vor allem Haie erforscht hat und sogar mit ihnen geschwommen ist. Je mehr Lucy über die Haie erfährt, desto näher scheint sie auch ihrer Mutter zu kommen. Ein dramatischer Unfall überschattet den Sommer, doch indem sie sich mit der Vergangenheit beschäftigt, lernt Lucy ihre Mutter besser kennen und beginnt, die Faszination für das Erforschen der Haie zu teilen.

Mit wunderschönen Illustrationen ausgestattet erzählt das Buch einfühlsam eine Geschichte über Freundschaft, Verlust und Zusammenhalt – vom Loslassen und neu Finden. Berührend und voller Hoffnung begleiten wir Lucy auf ihrer Suche nach dem Geheimnis der Haie.

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Kate Allen: Tage der Mondschnecke, Woow Books, 18,00 €

Die Suche nach Paulie Fink

Caitlyn hat sowieso schon keine Lust, mit ihrer Mutter aus New York ins öde Vermont zu ziehen – und dann muss sie auch noch auf die örtliche Dorfschule gehen, wo Ziegen hüten scheinbar zum Alltag gehört und ihre ganze Klasse aus nur 11 Kindern besteht. Als sie an ihrem ersten Schultag an der Mitchell die Klasse betritt, sind  die Mitschülerinnen und Mitschüler verwirrt – sie ist nicht Paulie Fink, den offenbar alle erwartet haben. Wer ist dieser mysteriöse Paulie Fink und warum finden alle ihn so toll, dass sie von nichts anderem reden?

Paulie kommt jedenfalls nicht mehr, es ist, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Zuerst denken die Kinder, es sei wieder einer von Paulies legendären Streichen, doch er bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Nach einem Monat ohne Paulie beschließen die Schüler, dass ein Ersatz hermuss – in guter alter Castingshow-Manier starten sie den Wettbewerb „Mitchell sucht den neuen Paulie Fink“. Die Kinder müssen in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander antreten, zum Beispiel einen ganzen Tag lang wie Shakespeare reden. Und die Jurorin? Das soll Caitlyn sein. Mit jeder neuen Aufgabe versucht Caitlyn, eine Person, die sie nie getroffen hat und nur aus Erzählungen kennt, besser zu verstehen.

In abwechselnden Kapiteln zwischen der eigentlichen Geschichte und Interviews mit den Schülern erzählt das Buch, wie Caitlyn sich langsam in die Klasse integriert, gemeinsam neue Abenteuer erlebt und Freundschaften geschlossen werden, sodass sich am Ende die Frage stellt: Brauchen wir überhaupt einen neuen Paulie Fink? Ist nicht jeder auf seine Weise unersetzbar? Und plötzlich taucht auch der echte Paulie wieder auf – dann, als die anderen es am wenigsten vermuten …

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Ali Benjamin: Die Suche nach Paulie Fink, Hanser, 18,00 €

Das Universum ist verdammt groß und supermystisch

Seit seine Mutter mit „dem Mann“ in den Urlaub fahren möchte, spricht Gustav nicht mehr mit ihr. Gustav will keinen Ersatzvater, und schon gar nicht so einen Großkotz. Er stellt sich lieber vor, dass sein Papa Binnenschifffahrtskapitän ist oder Kassierer bei Kaiser‘s. Als er die unerschrockene Charles kennenlernt, setzt diese sich in den Kopf, Gustavs Papa zu finden. Den ersten Hinweis bekommen sie von dem Besitzer eines Zauberartikelladens – denn sein Vater war früher beim Zirkus.

Und so machen sich Gustav und Charles (und Gustavs Wasserpflanze Agatha, mit der er in Gedanken spricht) in einem roten VW-Bus auf den Weg. Ohne einen Erwachsenen geht das natürlich nicht – mit an Bord des roten VW-Busses ist Gustavs Opa, ein ehemaliger Zirkusclown, der noch einmal ein Abenteuer erleben will, statt im Altenheim auf Spitzendeckchen zu starren.

Ihre ereignisreiche Reise führt die drei quer durch Osteuropa bis nach Istanbul. Auf dem Weg lernen sie viele spannende Menschen kennen – mal mehr, mal weniger hilfreich. Während Gustav immer wieder zweifelt, ob das eine gute Idee war, ist Charles überzeugt von der supermystischen Kraft des Universums und dass am Ende alles gut werden kann …

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 10 Jahren

Lisa Krusche: Das Universum ist verdammt groß und supermystisch, Beltz Verlag, 13,00 €

Bleistiftherz

Liv wird von ihrer Mama manchmal „Minirentnerin“ genannt, weil sie am allerliebsten mit ihrer Oma und deren Freundinnen zusammen ist, in die Sauna geht und Kniffel spielt. Als ihre Oma diesen Sommer stirbt und auch noch Livs beste Freundin wegzieht, ist ihr in den Ferien schrecklich langweilig. Sie wünscht sich vom Universum, dass irgendwas passiert – aber was dann kommt, würde sie zuerst doch lieber wieder rückgängig machen.

Nicht nur, dass sie mit Mama und deren neuer Arbeitskollegin essen gehen muss, dann bringt diese auch noch ihren supercoolen Skater-Sohn Frans, der die grünsten Augen der Wel hat, mit. Und Liv weiß gar nicht, wie man mit Jungs redet. Als Mama sie dann auch noch im Skate-Kurs anmeldet, den Frans mitleitet, ist das Chaos perfekt.

Kann die schüchterne Liv doch skaten lernen und sich mit coolen Jungs anfreunden? Ihre Oma hätte sofort mitgemacht, da ist sich Liv sicher. Also gibt sie dem Ganzen eine Chance …

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 11 Jahren

Elin Hansson: Bleistiftherz, Hummelburg Verlag, 12,99 €

Dark Blue Rising

Seit sie denken kann, lebt Tabby mit ihrer Mutter Cate ein Nomadenleben: Sie ziehen in Großbritannien herum und bleiben nie lange an einem Ort. Cate schärft Tabby ein, vorsichtig zu sein, niemandem zu vertrauen, und sich vor allem vor „dem Kreis“ zu hüten. Das funktioniert auch, bis Tabby Jago kennenlernt und ihm ihren Namen verrät.

Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Tabby wird von einem Auto angefahren und kommt ins Krankenhaus. Als Cate davon erfährt, schleicht sie sich mit Tabby mitten in der Nacht davon und beide sind wieder einmal auf der Flucht – bis sie in einer alten Scheune von der Polizei aufgegriffen werden. Die Polizisten behaupten, dass Tabby als Kleinkind von Kate entführt wurde. Ab nun soll sie bei ihren wirklichen Eltern leben.

Tabby kann es nicht glauben und beschließt, zu fliehen, sobald sie den Gips an ihrem gebrochenen Arm los ist. Doch nach und nach kommen komische Erinnerungen zurück und sie hat seltsame Träume – kann es sein, dass die Geschichte wahr ist? Und warum spürt sie eine so intensive Verbundenheit zum Meer?

In einem Sommercamp für begabte Schwimmer stellt sie fest, dass sie ungewöhlich lange die Luft anhalten kann und dass es einigen anderen Jugendlichen auch so geht. Als sie in der Einrichtung Hinweise auf „den Kreis“ entdeckt, beginnt sie, zu verstehen, dass Cates Warnungen etwas mit ihr zu tun haben – was will „der Kreis“ von ihr? Wie hängt ihre Vergangenheit mit den merkwürdigen Vorkommnissen zusammen?

„Dark Blue Rising“ ist der ersta Band eines packenden Klima-Thrillers, der die Leser mit einem Cliffhanger zurücklässt, sodass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Spannend, mystisch und hochaktuell!

 

Buchtipp von Helena Flenner

Ab 14 Jahren

Teri Terry: Dark Blue Rising, Coppenrath-Verlag, 448 S., 20,00 €